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Das Interview für die Online-Zeitung «Jugra – Inform»

12.06.2013

Das Interview für die Online-Zeitung «Jugra – Inform»

- Natalia Wladimirovna, was bedeutet für Sie der Tag von Russland? Ist es ein Feiertag oder «ein Zeichen im Kalendar»?

- Russland ist ein Land Россия mit einer Geschichte über Siege, wissenschaftliche Entdeckungen, kulturelle Veranstaltungen. In meinem Verständnis ist der 12 Juli ein Feiertag zu Ehren der Russen, die von Tag zu Tag bauen und verherrlichen unser Land.

- Was bedeutet für Sie die Heimat, was verkörpert in sich «die Birke, die im Feld…»?

- Wie ein Philosoph sagte, «man liebt die Heimat nicht dafür, dass sie groß ist, sondern dafür, dass sie eigen ist». Frost, die Bäume mit Reif gedeckt, unbetretbare Sümpfe, dünne Birken und Zedern, das Land, das für mich heimisch wurde. Auch Leute, die leben, arbeiten, lieben, überwinden. Für Nordleute gib es nichts Unmögliches. Hier bildet sich ein einzigartiger Charakter. Auch im Ausland, über Aussehen, Energie, Lächeln kann man den Einwohner von Yugra erkennen.

- Alle von uns kamen aus der UdSSR. Kennen Sie das Gefühl der Sehnsucht nach jener Zeit? Was kommt ins Gedächtnis aus diesen Jahren?

- Der Mensch ist so gebildet, dass die Erinnerungen ein integraler Bestandteil seines Lebens ist. Vielleicht wird dies kein Fehler, wenn ich diese Ära als Sowjetära bezeichne. Für mich persönlich sind es die Jahre meiner Kindheit, Beziehungen, die mich zu einem Mensch geschaffen haben. Das Gedächtnis speichert viel, etwas gemeinsames für viele von uns – Bevölkerungsarme Straßen, wenn unsere Sportler Hockey spielten, Verwirrung, wenn sie über Tschernobyl erfuhren, für mich persönlich – die Erstarrung von dem Aussehen der  Tundra im Winter, verheerenden Kraftlosigkeit, wenn ein Mann 20 Jahre des Lebens dem sowjetischen Gas gegeben hat und in einer Nacht verlor alles, was er verdiente. Ich denke, dass alles, was ich gezählt habe, und vieles mehr kein Archiv ist, es ist die Energie für den Geist und das Herz.

- Heute spricht man viel darüber, ob man als Patriot der Heimat sein muss, wenn die Welt zur Globalisierung und Streichung der Grenzen kommt?

- Beginnen wir damit, dass wir alle verschieden sind: haben verschiedene Mentalität, Religion, Lebensweise. Ist es richtig einige künstliche Gemeinsamkeit zu schaffen, die später wegen innerer Widersprüche nicht existieren wird? In der Tat, beobachten wir die Integration nur in Westeuropa und auf dem Territorium der ehemaligen Sowjetunion – in der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft, aber in beiden Fällen gibt es zu einem gewissen Grad einen ähnlichen, kulturellen Raum. Wenn Sie einem Menschen das Gefühl berauben, dass er ein Teil der Nation mit einer langen Geschichte, mit kulturellen und moralischen Wurzeln ist, dann was bleibt von ihm? Bedenken das antike Griechenland. Eine Person, die ohne Heimat geblieben ist, war zur Ächtung (d.h. Vertreibung) verurteilt, und war sehr unglücklich. Die Welt sollte offen sein, aber dies ist nur in der Gemeinschaft gleicher und Selbst-geehrter Länder möglich.

- Ihre Haltung gegenüber der Geschichte des Landes. Welche Art von Farbe muss man sie bemalen? Schwarz, wie die Geschichte der UdSSR Nikolai Svanidze und Leonid Gozman vorzustellen versuchten? Oder gibt es etwas, worauf wir stolz sein können?

- Soweit ich weiß, kritisiert Svanidze und Gozman nur einige Episoden der sowjetischen Geschichte und haben natürlich das Recht, dies zu tun. Allerdings bemalen manche Forscher die Geschichte unseres Landes nur in schwarz und weiß, was letztendlich zur moralischen Farbenblindheit führen kann. Jede historische Tatsache beinhaltet eine Menge von Interpretationen und Deutungen, die oft widersprüchlich sind, es ist Paradoxon, aber sie können miteinander leben. Doch im so widersprüchlichen zwanzigsten Jahrhunderts gibt es Dinge, die sich zur Absolutheit nähern: der Flug von Gagarin, unser Sieg im Zweiten Weltkrieg, die Musik von Schostakowitsch, Gedichte von Pasternak, Entdeckungen von Kapitza – ist all dies und vieles mehr kein Grund für den Stolz? Jeder muss lernen, die Vergangenheit zu achten, dann werden die Werte der Gegenwart auch zugänglich.

- Was ist, Ihrer Meinung nach, das historische Gedächtnis der Menschen und Ihre Haltung gegenüber „Ivanen, die seine Verwandtschaft nicht behalten“?

- Die historische Erinnerung – das ist das nationale Selbstbewußtsein, das Herz des Volkes, eine unerschöpfliche Quelle von Energie und Weisheit von Generationen. Wer dies vernachlässigt, bekam von Menschen einen Spitznamen. Solche Menschen gibt es zu allen Zeiten, und ich würde nicht sagen, dass es in unserer Zeit sie mehr als in anderer Zeit gibt. Es ist wichtig, dass in der Zukunft solche „Ivanen, die seine Verwandtschaft nicht behalten“ nicht die Mehrheit unter uns geworden sind.

- Wie sehen Sie Russland, sagen wir, in zehn Jahren?

- Das Land, in dem die Ambitionen den einzelnen Bürger nicht überschatten, wo der Staat für den Menschen ist, nicht umgekehrt. Solches Russland, das wir in Jugra zu bilden versuchen – der beste Ort, um zu leben.

- Stellen Sie sich vor, dass Sie auf der Bühne und in der Halle sind anderthalb Millionen Einwohner von Yugra. Was sagen Sie ihnen am Tag von Russland?

- Liebe Einwohner von Yugra! In seiner Zeit sagte Nikolaj Tschernischevski: «Der Patriot ist eine Person, der für seine Heimat dient, und die Heimat ist vor allem das Volk». Wir können verschiedene Einstellungen zur Geschichte unseres Landes haben, es gibt anderthalb Millionen Meinungen über ihre Gegenwart und Zukunft, aber Russland – es sind wir alle, unsere Eltern, Kinder, Freunde und Nachbarn, unser Glauben an sich selbst, an denen, wer neben uns ist, die Erinnerung an die Wurzeln. Lassen Sie nicht in jedem von uns Glaube, Liebe, Weisheit, Gesundheit vertrocknen. Wir alle sind für unsere Heimat verantwortlich.


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