Размер:
A A A
Цвет:
C C C C
Флаг автономного округа-Югры

Westsibirische Erdöl- und Erdgasprovinz

Die erste sowjetische geologische Expedition kam nach Jugra im Februar 1935. Die Expedition leitete der 24 Jahre alte Ingenieur und Geologe Viktor Grigorjewitsch Wassiljew. Er war derjenige, der den natürlichen Erdölaustritt auf die Oberfläche des Flusses Jugan im Rajon Surgut als erster nachwies. 2,5 Tonnen Gerät wurden per Luft an den Bohrpunkt gebracht, weitere 2 Tonnen mussten Zugpferde herbeischleppen, denn die nächste Eisenbahn war eintausend Kilometer vom Bohrpunkt entfernt. Menschen und Gerät mussten bei Frost durch straßenlose Gegend transportiert werden. Unter den gleichen harten Bedingungen wurde das Lager für das Vortrupp-Team eingerichtet. In seinem Bericht beschrieb Wassiljew ausführlich nicht nur die geologischen Gegebenheiten am Jugan, sondern auch die Siedlungen Malyj Atlym, und Samarowo, die seine Expedition ein Jahr  zuvor besucht hatte.

In der Nachkriegszeit waren die wichtigsten Veränderungen in der Wirtschaft von Jugra mit der Erdöl- und Erdgasprospektion und Exploration sowie mit der Erschließung von Erdöl- und Erdgasfeldern verbunden. Am 21. September 1953 stellte der geologische Trupp unter der Leitung von A.G. Bystrizki zum ersten Mal an der Schürfbohrung R-1 Erdgaszufluss fest. Am 23. Juni 1960 stieß die Brigade des Bormeisters C.N. Urussow bei der Siedlung Schaim zum ersten Mal auf Erdöl. Darauf folgte die Entdeckung der Lagerstätten Megionskoe, Sapadnosurgutskoe, Pokurskoe, Watinskoe, Mamontowskoe, Salymskoe, Prawdinskoe und vieler anderer. 1965 schoss die erste Erdölfontäne in Samotlor aus dem Boden. Die weltberühmte einmalige Lagerstätte Samotlorskoe ist im Autonomen Kreis der Chanten und Mansen Nr. 1 nach der Erdölfördermenge, hier wurden über 2,6 Mrd. t Erdöl gefördert.

Die Lagerstätten des Autonomen Kreises enthalten hochwertiges Öl. Erdöl kann hell sein (weißes Erdöl) oder schwarz sein, aber meistens ist es graubraun. Sogar in einer und derselben Lagerstätte kann sich Erdöl nach Qualität und Eigenschaften bedeutend unterscheiden.

2012 wurden auf dem Territorium  des Autonomen Kreises 259 938 Tsd. t Erdöl gefördert. Es wurden 8 neue Lagerstätten in den Abbau überführt. Die durchschnittliche Tagesförderung betrug 2012 710,2 Tsd. t pro Tag.

2012 wurden in Jugra 32,3 Mrd. m3 Gas gefördert (abgefackelte Gasmengen nicht mitgerechnet). Hauptsächlich handelt es sich um das assoziierte Gas bzw. Erdölgas. 89,1% des anfallenden assoziierten Gases werden verwertet. Der Großteil von ihm wird an Gasverarbeitungswerke geliefert, 8% werden in den Kraftwerken in Gasturbinen und Gaskolbenmotoren verstromt, 6% beträgt der Eigenbedarf der Förderung, 5% verbraucht das überregionale Kraftwerk Surgut, eine kleine Menge deckt den Bedarf der Kommunen des Autonomen Kreises. 2012 wurde die Abfackelung um 27,2% gegenüber dem Vorjahr reduziert.

Die Erdgasförderung im Autonomen Kreis schneidet im Landesvergleich viel bescheidener ab, ihr Anteil an der gesamten russischen Produktion beträgt 5%. Nach den erkundeten Kohlenwasserstoffvorräten, dem Abbaupotential, dem Zustand der Produktionsinfrastruktur und der Rentabilität der Erschließung bleibt Jugra auch in den nächsten Jahrzehnten die wichtigste strategische Ressourcenbasis der Kohlenwasserstoffe Russlands. Auf dem Territorium des Autonomen Kreises der Chanten und Mansen wurden 466 Erdöl- und Erdgasvorkommen entdeckt. Die Gesamtlänge des Pipelinenetzes der Region beträgt 102 938 km.