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Флаг автономного округа-Югры

Traditionelles Handwerk und Kunsthandwerk der uransässigen Völkerschaften des Nordens

Die Kultur der ugrischen Völker des Ob-Gebietes entstand vermutlich im XIV—XVI Jh. Bis zu diesem Zeitpunkt nannten die Russen die sich im Kreis ansiedelnden ugrischen Gruppen und ihre Bewohner — «Jugra».

Die Ugro-sprechenden Stämme bildeten die Grundlage für die Herausbildung der Ethnien der Chanten und Mansen. Eine der ältesten Arten der dekorativen Kunst der Urvölker des Nordens ist die Stickerei - das Auftragen der Muster oder Bilder mit Fäden aus Leinen, Baumwolle, wollene, seidene oder metallische Fäden, auch Haaren, Perlen, Münzen und anderen Mitteln auf den verschiedenen Geweben, Leder, Filz. Hochzeitkopfschmuck, Stirnbänder, Teile der Kleidung (Kragen, Schlitze, Schulterstücken, Aufschläge, Ärmelbündchen) dekoriert mit farbigen Perlen. Dies war nicht das traditionelle Material der ob-ugrischen Völker. In Jugra handelte man Perlen in großer Zahl im Austausch für Pelze, Fisch, Pinienkerne. Die Winterkleidung der Urvölker schmückten Mosaikornamente aus Fell und Pelzen. Dekoriert mit Streifen wurden sie zu Röhren gerollt und oft einige Jahre aufbewahrt, bevor sie Teil der Dekoration wurden.

Bei den östlichen und nördlichen ugrischen Völkern ist das künstlerische Schnitzhandwerk von Knochen besonders gut entwickelt. Sie verwendeten das Horn von Rentieren und Elchen, seltener - Mammut-Knochen, die in der Erde gefunden oder eingetauscht wurden. Aus Knochen wurden Spindeln für Sehnen und Fäden geschnitzt und mit Punkt-, Kreis-, oder geschlossenen Dreiecks-Linien-Ornamenten versehen.

Im Zuge der Zeit wurden auf Gebiet Jugra Erzeugnisse aus Birkenrinde hergestellt: Schöpfkellen, Eimer, Schachteln für trockene Lebensmittel und zur Aufbewahrung von Handarbeiten (runde und eckige), Gestelle, Schüsseln, viereckige Handkörbchen und große geflochtene Körbe. Aus Holz wurden Tröge für Fisch und Fleisch gehauen, Löffel und Kellen; fertigten sie Schlitten, Rentier Leit-Stangen, die "Chorea", Schaufelblätter zum Staubklopfen oder für den Schnee, Kinderspielzeuge, Musikinstrumente, Paddel, Holzboote und Kajaks, verziert mit Bildern von Tieren und Vögeln. Einige «Boote» hatten sogar ein Birkendach. Es gab auch komplett aus Birkenrinde hergestellte Schiffchen.

Der Haupterwerb im Wald blieb die Jagd auf Elche und Rentiere. Chanten und Mansen stellten «Umzäunungen» auf und trieben das Wild in «Fang-Gruben». Es wurden Wald-und Wasser-Vögel gejagt. Überall war das Sammeln von Waldfrüchten und Pilzen verbreitet. Am Unterlauf des Ob hielten die nördlichen Chanten Rentiere zu Hause.

Die charakteristischen Merkmale der Religion ugrischen Völker waren Animismus und Fetischismus. Weit verbreitet ist der Kult, den "Götzen-Bäumen" Opfer zu bringen, an deren Zweigen Silber, Gold und Seide hingen. Bei der Tötung eines Bären begingen sie besondere Rituale und der Schwur auf das Fell des Bären galt als besonders heilig. In jeder «Jurte» (Familie) gab es eigene «Besondere Püppchen» - Hausgötter und Fetische. Verehrt wurden auch allgemein anerkannte Götter, von einem ganzen Stamm, auch oft von mehreren Stämmen. Ihre Darstellungen wurden in besonderen religiösen Zentren - in Belogorje, Soswa anderswo aufbewahrt.

In den letzten Jahren ist das Interesse der Bewohner zu Jugras am dekorativ-angewandten Schaffen, dem Studium der Technologien der Herstellung der traditionellen Kleidung der Ob-ugrischen Völker, wie Arbeiten mit Perlen, Stricken, Nähen der traditionellen Kleidung, der Verarbeitung von Holz, Birkenrinde deutlich gestiegen. Das gestiegene Interesse für die nationalen Arten der Kreativität der Urvölker des Nordens erwächst aus ihrer Popularisierung auf der staatlichen Ebene. In Jugra werden diverse Veranstaltungen zu diesem Thema durchgeführt. Zum Beispiel das VIII. internationales Festival für Kunsthandwerk der Urvölker der Welt «Jugra-2014», das vom 10. bis 14. Juni 2014 auf dem Gelände des historisch-kulturellen Zentrum «Altes Surgut» stattfand. Daran nahmen 416 Personen teil, in den zwei Etappen des Festivals kamen über 19.000 Besucher aus 17 russischen Regionen und 7 Ländern: Wissenschaftler, Anthropologen, Kunsthistoriker, Kulturwissenschaftler, Historiker, Meister der Volkskunst und des Kunsthandwerks.

Das Volkskunstschaffen der ugrischen Völker bewahrte bis in unsere Tage Elemente der alten heidnischen Kultur. Ihr traditionelles Handwerk und Kunsthandwerk sind Zeugen der engen Naturverbundenheit, die bis zum heutigen Tag bestehen blieb.